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Vorschriften über den Sitz des Anzugs
 
1. Helm (Pickelhaube)
3cm über den Ohren. Oberer Rand der Augenbrauen noch sichtbar.
Schnallen der heruntergeschlagenen Kinnriemen gleich weit entfernt von den Rosetten.
Landeskokarde links, deutsche Kokarde rechts.
Haarbusch mit dem oberen Rand des Helmschirms abschneidend.
 
2. Feldmütze
2 cm über den Augenbrauen. Kokarde in der Mittellinie des Gesichts.
   
 
3. Waffenrock
Halsbinde 3 mm über dem Waffenrock.
 
4. Hose
mit oberer Absatzkante abschneidend
 
5. Leibriemen
Schloß auf unterstem Knopf.
Mittellinie der Krone in Verlängerung der  Knopfreihe.
Seitengewehrtasche unmittelbar hinter linker Hüfte.
 
6. Säbeltroddel
Schieber 6cm unter der Parierstange.
 
7. Patronentaschen
An die Wiederhalte herangeschoben.
 
8. Tornister
Untere Kante auf Mitte des Leibriemens.
Mantel-(Zelt)-rolle oben in Höhe des unteren Randes des Kragens.
Doppelnietenknöpfe der Trageriemen etwa in Höhe der Achselhöhle.    
 
9. Kochgeschirr
Deckel rechts. Höhlung nach dem Tornister. Bügel auf der Klappe.
Linker Riemen durch Kochgeschirrbügel durchgezogen.
Spitze Enden der Riemen nach der Mantelrolle zu.
 
10. Mantel(Zelt-)rolle
Legefalten nach vorne und oben.
Enden abschneidend mit unterer Tornisterkante.
Spitze Riemenenden nach dem Rücken des Mannes.
 
11. Brotbeutel
Rechter Taillienhaken des Waffenrocks zwischen hinterer Schlaufe und Messinghaken des Brotbeutels.
Band in Brotbeutel.
 
12. Feldflasche
Im Ring an hinterer oberer Ecke des Brotbeutels.
 
13. Schanzzeug
 Trageriemen am Leibriemen hinter Seitengewehrtasche.
Beil mit Scheide, Beilpicke , Blatt des Spatens (Höhlung nach dem Körper zu) unter der Seitengewehrtasche
 
Marschgepäck


Sturmgepäck 1914


Sturmgepäck 1916

Kleine Hilfe zur authentischen Ausrüstung

Ein paar kleine Hinweise, um seine Ausrüstung mit relativ wenig Aufwand authentisch aufzumöbeln.

Wir sind eine Reenactment- Truppe, d.h. wir spielen nicht Soldat um jeden Preis, sondern es geht uns um eine Zeitreise, wir wollen das Leben der Frontsoldaten 1914- 1918 darstellen.

Alle Fragen der Beschaffung von Ausrüstung und Bekleidung  müssen sich an diesem Grundsatz orientieren!

Mir ist bewusst, das alles eine Frage des Preises ist.

Aber: Wer sich selber schlau macht und einliest, kann viel Geld und Ärger sparen, (wie beim Sammeln auch) 

Grundsätzlich gilt in Fragen der Ausrüstung:

Lieber alt und zivil, als modern und militärisch!

Soll heißen: lieber ein stinknormales, ziviles, aber zeitgenössisches Essbesteck vom Flohmarkt,

als ein völlig deplaziertes, modernes Bundeswehr- Feldessbesteck benutzen!!

1. Der Anzug

Kragenbinde/Halstuch:

Bundeswehr- Dreiecktuch, besser Kragenbinde als Repro, muss man allerdings selber nähen oder aus den USA (Schipper)

Unterhemd:

Langärmeliges Unterhemd ohne Kragen mit Knopfleiste bis zur Brust, naturfarben oder gestreift, aus BW, Flanell oder Leinen.

Gibt´s oft Märkten bei so Buddha-Figuren-und-Räucherstäbchen-Batikhemden-Verkäufer, in so Western- Geschäften oder beim Krähe- Versand.

Absolut verboten: T-Shirts oder moderne Hemden!

Unterhose:

Lange Unterhose aus Trikot oder Leinen, naturfarben.

Hier leisten die NVA- Unterhosen (Army-Shop) gute Dienste oder Originale (Zivil) vom Flohmarkt.

Absolut verboten: olivgrüne BW-Unterhosen o.ä.

Mantel:

Bei ausschließlicher Nutzung als Mantelrolle auf Tornister / als Sturmgepäck reicht ein NVA- Mantel oder Schweiz 40er Jahre, wer ihn tragen will, sollte sich einen Schwede 40er Jahre abändern (einreihig, Reseda-grüner Kragen, Kronenknöpfe) oder Repro vom Film.

Schuhwerk

Schnürschuhe, knöchelhoch, aus braunem oder schwarzem Leder mit genagelter Sohle.

Alles mögliche denkbar: gibt’s in gut sortierten Reitsportgeschäften (natürlich unbenagelt) oder man nimmt Originale vom Flohmarkt oder Militaria- Börse.

Absolut verboten: modernes Schuhwerk wie Bundeswehr- Kampfstiefel 2000 und alles mit Gummisohle!

Marschstiefel (Knobelbecher) aus braunem oder schwarzem Leder mit genagelter Ledersohle:

-BW- Wachbataillon (alte Art), sind am Absatz bereits mit Hufeisen versehen

-NVA- Offizierstiefel (alte Art), sollten neu besohlt werden

  Beides in guten Army-Shops (mit viel Glück) noch erhältlich

-Ungarn- Repros, sind bereits fix und fertig, allerdings immer schwerer zu bekommen und qualitativ nicht so überzeugend (Militaria- Börse)

Absolut verboten: BW- Knobelbecher mit Lederriemen am Schaft und Gummisohle!

Entweder umbauen oder weglassen!

In den Schuhen entweder Fußlappen oder grobe Wollsocken tragen.

Fußlappen (NVA) werden in Army- Shops oft bündelweise als Putzlappen verkauft für Cent- Beträge.

Der richtige Reenactor trägt keine Adidas- Sportsocken, sondern ist auch in unsichtbaren Details authentisch!

2. Die Ausrüstung

Essen und trinken:

Kochgeschirr:

Am besten Originales (2 Liter!!) vom Flohmarkt oder eBay und restaurieren.

Absolut verboten: Bundeswehr- Kochgeschirr! NVA ist grenzwertig, weil zu klein!

Feldflasche:

Originale (kann auch zivil 20er/30er Jahre sein) vom Flohmarkt oder eBay und restaurieren. Bei WH- Feldflaschen Deckelberiemung kürzen.

Wer daran nicht rumbasteln will, lässt sie dann eben zu Hause!!!

Absolut verboten: WH- Flaschen mit Becher aufgeschnallt.

Essbesteck:

Original oder WH (Löffel und Gabel vernietet, kein Camping- Bundeswehr- Teil!)

Altes, ziviles Besteck vom Flohmarkt (gibt´s oft für Cent- Beträge)

Feldbecher:

Original, Polizei 50er Jahre oder zivile Email- Tasse vom Flohmarkt.

Verpflegung bitte vom Plastikmüll befreien und in Backpapier und Leinenhandtuch einwickeln, ins Kochgeschirr packen oder sonst wie authentisieren.

Der Plastikmüll auf den Veranstaltungen ist absolut ätzend!

Bitte keine modernen Bier- oder sonstige Flaschen mitschleppen,

es gibt –zig Brauereien, die Bier in Bügelflaschen anbieten.

Grundsätzlich: moderne Verpackungen werden versteckt!!

Wir wollen nie wieder bei Veranstaltungen Plastik auf den Tischen sehen!

Bitte auf Veranstaltungen keine Filterkippen rauchen und Zigarettendose besorgen,

Streichhölzer oder authentische Feuerzeuge benutzen (Flohmarkt).

Koppel/Tornister

Grundaustattung hier ist der Brotbeutel, Feldflasche und Seitengewehr.

Brotbeutel (mit einer Flaschenbefestigung) gibt’s auf Flohmärkten, Militaria- Börsen oder bei Ebay, oft zivil 20er Jahre oder Organisationen 30er Jahre.

Grenzwertig sind die grauen BGS- Beutel, da das Leder falsch, die Farbe zu dunkel und die Knöpfe zu glänzend sind!

Absolut verboten: Alle Beutel mit zwei Flaschenbefestigungen!!

Seitengewehr: Originale Wracks kaufen und restaurieren, oder billige Exportvarianten umbauen. Hier bitte vor dem Kauf sich genau einlesen!!

Seitengewehrtasche (auch Koppelschuh genannt): Repro von Frankonia oder Militaria-Börse oder selber bauen.

Zum Seitengewehr gehört die Troddel in Kompagniefarbe.

Als Repro von Hagen-Faber oder Waffenbörse.

Spaten: NVA , besser Schweiz (allerdings benötigt man hierzu eine andere Spatentasche,

von Waffenbörsen oder USA (Schipper))

Tornister: Originaler oder Organisationen 20er/30er Jahre, Flohmarkt oder eBay

Hier müssen oft die Riemen erneuert werden.

Zeltbahn: Quadratisch, bei Nutzung nur auf Tornister oder Sturmgepäck tut´s auch Bundeswehr (oliv). Ist immer mit Tornister zu tragen, da blanke Wolldecken/Mantelwurst schlecht aussieht.

Gewehrschützen tragen ein paar Patronentaschen, originale, Repros von Frankonia oder Waffenbörse.

Bei Fragen einfach melden.

Literatur:

Infanteristen des 1.WK, L. Mirouze, Barett- Verlag, ISBN 3-924753-28-8

Die deutsche Armee im 1.Wk, Jürgen Kraus, Verlag Militaria, ISBN 3-9501642-5-1

Adressen (Händler):

Unterhemden: www.kraehe.de

Troddel, Knöpfe, etc.: www.civilwar.de (Hagen- Faber M+F)

Brotbeutel, Kleinteile: www.raeer.com

Unterhemden, authentische Cordhosen, Damenkleidung (für Hase): www.oldcowboys.de (Biker/Western Outfit  Kirchheimer Str. 104 73227 Owen/Teck)

Patrontaschen/ Seitengewehrtaschen: www.frankonia.de

M. Wöller, Sergeant und Korporalschaftführer IR 121

 

 
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